Richtlinie bei extern oder intern auftretenden Krisen und anderen außergewöhnlichen Ereignissen mit oder ohne Personengefährdung

Krisenplan der Piaristen Österreich (PDF)

 

1    Zweck, Geltungsbereich und Definition

1.1    Zweck

Diese Handlungsanweisung beschreibt die verpflichtenden Maßnahmen und Kommunikationsabläufe für die Verantwortlichkeiten im Falle einer Krise, einer Katastrophe oder einem außergewöhnlichen Ereignis mit oder ohne Personengefährdung. Zweck der Richtlinie ist die überlegte, rasche Intervention bei Situationen, die ein außergewöhnliches Ereignis oder eine Krise auslösen. Alles was eindeutig dem Kindeswohl entgegensteht, gilt als außergewöhnliches Ereignis.

1.2    Geltungsbereich

Dieses Dokument ist für alle Mitarbeiter der österreichischen Piaristenprovinz gültig und verbindlich.
Diese Richtlinie (Maßnahmenplan und Krisenkommunikationsplan) wird auf der Homepage der österreichischen Piaristenprovinz publiziert.

1.3    Definition

Mögliche Beispiele für außergewöhnliche Ereignisse oder Krisenfälle:


Externe Krisen: Erdbeben, Brand, Überfall, …
Interne Krisen von Kindern ausgehend:

  • Außergewöhnliche, nicht altersentsprechende verbale oder gewalttätige Übergriffe und Belästigungen zwischen den Kindern oder Erwachsenen gegenüber,
  • Weglaufen eines Kindes,
  •  …
  • Interne Krisen von Erwachsenen ausgehend:
  • Pädagogisch fehlerhaftes, gewalttätiges Verhalten von Pädagogen gegenüber Kindern
  • Vermutung von (emotionaler und/oder sexualisierter) Gewalt
  • Vermutung von Vernachlässigung bzw. Wohlstandsverwahrlosung in der Familie
  •  …

2    Präventive Maßnahmen

1.    Personalauswahl und -aufnahme

  • Fachausbildung
  • Einholen des erweiterten Strafregisterauszuges Kinder- und Jugendwohlfahrt
  • Hearinggespräch
  • Information über das Leitbild und die relevanten Richtlinien der Einrichtung.
  • Schnuppertag bzw. Probestunde

2.    Pädagogische Arbeit

  • Regelmäßige Weiterbildung in der pädagogischen Arbeit
  • Regelmäßige Präventionsarbeit gemeinsam mit einer externen Fachberatungsstelle oder einer Fachperson
  • Regelmäßige Reflexion der pädagogischen Arbeit:
  • Im Kindergarten: Tägliches „pädagogisches Blitzlicht“ zwischen der Leitung und den gruppenführenden Pädagoginnen: Besprechung des Tagesgeschehens und gegebenenfalls von außerordentlichen Ereignissen.
  • In Schule, Hort und Kindergruppen findet einmal pro Monat mit allen Mitarbeiterinnen im jeweiligen Bereich eine Teamsitzung (bzw. eine Konferenz) statt.
  • Im Bedarfsfall: Hinzuziehen von weiteren pädagogischen oder psychologischen Fachkräften zur Unterstützung und Abklärung

3.    Meldepflicht (siehe Punkt 4.)

  • Jede/r MitarbeiterIn kann Verdachtsfälle anonym jederzeit an die Geschäftsführung, an das Rektorat oder an andere öffentliche Stellen, wie etwa die MA11, an den Stadtschulrat, an Ombudsstellen melden.
  • Körperliche Grenzverletzungen werden zum Schutz des Kindes und zum Schutz der Pädagogen wachsam beobachtet, im Anlassfall verschriftlicht und umgehend den Eltern mündlich mitgeteilt.

 

 

3      Schema der Vorgangsweise unserer Informationsweitergabe in Krisenfall (Krisenkommunikationsplan)

 

4    Vorgangsweise bei extern oder intern auftretenden Krisen und anderen außergewöhnlichen Ereignissen mit oder ohne Personengefährdung

a.    Unmittelbare Meldepflicht der anwesenden Pädagoginnen und/oder Assistentinnen bezüglich aller außergewöhnlichen Vorfälle an die Bereichsleitung oder an die übergeordnete hierarchische Stelle.
b.    Bei Meldung von außerordentlichen Vorfällen besteht Dokumentationspflicht (Schriftlichkeit) von Seiten der Bereichsleitung, der gruppenführenden Pädagogin und der gegebenenfalls involvierten Assistentin
c.    Anschließende, zeitnahe Verständigung der Vertreter des Ordens der österreichischen Piaristenprovinz (Rektor P. Mirek und GF Mag. Pawel)
d.    Einberufen des Krisenteams und Abklärung des Sachverhaltes sowie der weiteren Schritte in Kooperation mit außenstehenden Mediatoren / Supervisoren / Psychologen / Psychotherapeuten zur Klärung des Sachverhaltes und ggf. Krisenintervention.
e.    Verständigung der Eltern der betroffenen Kinder durch die Bereichsleitung und Information über therapeutische Angebote für die betroffenen Kinder und deren Eltern.
f.    Im Bedarfsfall Einbindung von Sozialpädagogen des Vereines Selbstlaut oder der diözesanen Stabsstelle für Missbrauchs- und Gewaltprävention bzw. der Stiftung Opferschutz.
g.    Verständigung des Trägervereines KKTH durch das Krisenteam.
h.    Meldung an die MA11 bzw. an den Stadtschulrat durch das Krisenteam
i.    Grundsätzliche Information an alle Eltern unter Wahrung der Rechte Betroffenen und Beschuldigen.
j.    Bei Bedarf und Wunsch der involvierten Kolleginnen: Krisenintervention oder/und Supervision.

 

5    Das Krisenteam
5.1    Zusammensetzung

Bei Krisen und anderen außergewöhnlichen Ereignissen mit oder ohne Personengefährdung ist laut Krisenplan das Krisenteam in untenstehender Besetzung zu informieren:
Das Krisenteam besteht aus dem Rektor, dem Geschäftsführer und der betroffenen zuständigen Bereichsleitung.
Stellvertreter des Rektors P. Mirek Baranski ist P. Ignasi Peguera.
Stellvertreterin des Geschäftsführers Ing. Mag. T. Pawel ist Frau Brigitte Huditz.
Im Krisenfall ist bis zum Eintreffen des Rektors und/oder des GF, bzw. im Fall der Abwesenheit des Rektors und/oder des GF die unmittelbar anwesende gruppenführende Pädagogin verantwortlich, die zum Ergreifen aller erforderlichen Notmaßnahmen ermächtigt ist.
Die folgenden Organigramme zeigen die einzelnen pädagogischen Verantwortungsbereiche, wobei das KKTH bei Krisenfällen in der Volksschule nicht zu informieren ist.

5.2    Organigramm der pädagogischen Einrichtungen der Piaristen der Maria Treu

5.3    Organigramm Piaristenvolkschule St. Thekla